Standard-Software oder Eigenentwicklung – was ist besser?
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung – aber völlig unterschiedliche Voraussetzungen. Was für Ihr Unternehmen passt, hängt von Ihren Prozessen ab.
Standard-Software oder Eigenentwicklung?
Diese Frage stellen sich die meisten Unternehmen irgendwann – und die Antwort ist nicht immer dieselbe. Beide Wege haben echte Vorteile, aber auch klare Grenzen. Der entscheidende Faktor ist nicht der Preis, sondern die Frage: Wie spezifisch sind Ihre Abläufe?
Was spricht für Standard-Software?
- Schnell verfügbar: Keine Entwicklungszeit – sofort einsatzbereit
- Günstigerer Einstieg: Monatliche Lizenzkosten statt einer größeren Einmalinvestition
- Regelmäßige Updates: Der Anbieter entwickelt weiter, Sie profitieren davon
- Bewährt: Viele andere Unternehmen nutzen dieselbe Lösung – Kinderkrankheiten sind oft ausgemerzt
Standard-Software ist sinnvoll, wenn Ihre Prozesse mit denen vieler anderer Unternehmen vergleichbar sind – zum Beispiel bei Buchhaltung, E-Mail-Marketing oder einfacher Projektverwaltung.
Was spricht gegen Standard-Software?
- Sie passen sich an die Software an: Nicht umgekehrt. Das führt oft zu Kompromissen die auf Dauer frustrieren
- Laufende Kosten: Über mehrere Jahre summieren sich Lizenzgebühren schnell
- Abhängigkeit: Preiserhöhungen, Anbieter stellt Produkt ein, Datenmigration wird schwierig
- Zu viele Funktionen: Viele Tools können alles – aber niemand nutzt alles. Die Komplexität überfordert Mitarbeiter
Was spricht für eine Eigenentwicklung?
- Passt exakt zu Ihren Prozessen: Die Software arbeitet so wie Sie arbeiten – nicht umgekehrt
- Keine laufenden Lizenzkosten: Einmalige Investition, danach nur Wartung nach Bedarf
- Unabhängigkeit: Kein Anbieter kann Preise erhöhen oder das Produkt einstellen
- Integrierbar: Kann mit bestehenden Systemen verbunden werden – auch mit älteren oder speziellen Lösungen
- Wächst mit Ihnen: Neue Anforderungen können jederzeit ergänzt werden
Was spricht gegen eine Eigenentwicklung?
- Höhere Anfangsinvestition: Entwicklung kostet mehr als eine Monatslizenz
- Längere Vorlaufzeit: Analyse, Entwicklung, Test – das dauert einige Wochen bis Monate
- Abhängigkeit vom Entwickler: Sie brauchen jemanden, der die Software kennt und weiterentwickeln kann
Wann ist Eigenentwicklung die richtige Wahl?
Eine individuelle Lösung lohnt sich, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft:
- Ihre Abläufe sind spezifisch genug, dass keine Standardlösung wirklich passt
- Sie haben bereits mehrere Tools im Einsatz die nicht miteinander sprechen
- Sie arbeiten mit einem speziellen System das integriert werden muss (z.B. ein älteres ERP)
- Die Lizenzkosten mehrerer Tools übersteigen mittelfristig die Entwicklungskosten
- Datenschutz oder Datensouveränität ist für Sie besonders wichtig
Meine Einschätzung
In der Praxis empfehle ich Eigenentwicklung immer dann, wenn ein Kernprozess des Unternehmens digitalisiert werden soll – also etwas, das täglich läuft und direkt zum Geschäftsergebnis beiträgt. Für Randprozesse wie Urlaubsverwaltung oder Newsletter-Versand gibt es gute Standardlösungen.
Am Ende ist es keine ideologische Frage. Es geht darum, was in Ihrem konkreten Fall den größten Nutzen bringt – und das finden wir in einem ersten Gespräch heraus.
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